Schmerzen nach dem Sex- woran kann es liegen?

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kennen viele Frauen und das nicht nur beim ersten Mal. Ebenso sind Unterleibsschmerzen nach dem Sex gar nicht so selten, wie du vielleicht denkst. Hast du auch schon Schmerzen nach dem Sexualverkehr gehabt und dich gefragt, woher diese kommen? Wir erklären, worin die Ursachen von Bauchweh, Ziehen, Stechen oder Gebärmutter-Schmerzen im Anschluss an den Geschlechtsakt liegen können. Außerdem geben wir dir einige Tipps, denn schließlich sollst du die schönste Nebensache der Welt in vollen Zügen genießen können.

Schwangerschaft ausschließen

Zunächst einmal solltest du ein paar grundlegende Ursachen ausschließen. Vielleicht hast du Unterleibsschmerzen nach dem Sex, weil du bald Mama wirst? Bei intensivem Geschlechtsverkehr in der Schwangerschaft und besonders beim Orgasmus zieht sich die Gebärmutter zusammen. In der Folge treten häufig unangenehme Spannungsgefühle, Krämpfe und Schmerzen auf. Wenn eine schmerzhafte Reaktion auf den Geschlechtsakt also erst neuerdings auftritt, solltest du einen Schwangerschaftstest machen.

Wie sieht euer Vorspiel aus?

Neben einer möglichen Schwangerschaft können natürlich auch andere Ursachen hinter den Beschwerden stecken. Zum Beispiel könnte es an euerm Vorspiel liegen. Wir wissen selbstverständlich, dass man es manchmal gar nicht erwarten kann, übereinander herzufallen. Wenn du allerdings nach dem Sex Schmerzen hast oder ein Brennen und Stechen im Genitalbereich verspürst, hat das oft mit dem Vorspiel zu tun. Dieses dient nämlich nicht nur zum feucht werden. Die Einleitung zum Geschlechtsverkehr dehnt den Vaginalkanal, erhöht die Muskelspannung sowie die Schmerzschwelle. Wenn du beim Eindringen seines Glieds noch nicht feucht (genug) bist, entsteht zu viel Reibung und es kann sogar zu Mikrorissen in der empfindlichen Vaginalschleimhaut kommen. Das hat bei den Frauen natürlich meist Schmerzen zur Folge. Durch die Verlängerung der Erregungsphase kannst du Wund sein und ähnliche Probleme nach dem Geschlechtsverkehr effektiv vermeiden. Und falls ihr wirklich mal keine Zeit habt, auf die Produktion deines natürlichen Gleitmittels zu warten, sind Gels, Cremes oder Öle als Ersatz unverzichtbar.

Vaginaler Muskelkater - ja, das gibt es!

Hattet ihr vielleicht länger keinen Sex und habt es dann am Wochenende gleich ein bisschen zu bunt getrieben? Dann könnten bei dir stechende und ziehende Schmerzen sowie Unterleibskrämpfe auftreten. Der weibliche Intimbereich ist nämlich mit Muskeln übersät. Bei übermäßiger Beanspruchung können daher die gleichen Symptome auftreten wie nach dem Joggen, Schwimmen oder Tennis spielen. Glücklicherweise hilft dir hier auch der gleiche Lösungsansatz: Ein warmes Bad oder eine Wärmflasche unterstützen die Muskeln beim Entspannen. Ein bis zwei Tage Sex-Pause machen dich intim dann schnell wieder fit. Ansonsten gilt: Muskeln kann man trainieren - auch im Vaginalbereich! Übung macht bekanntlich die Meisterin. Mit ausreichend Training wirst du sicher bald keine Probleme mehr mit Schmerzen durch eine übersäuerte Intim-Muskulatur haben.

Es kann an seinem Sperma liegen

Obwohl unser Schmerzempfinden durch das Vorspiel eigentlich reduziert wird, sind manche Frauen während des Geschlechtsaktes besonders schmerzanfällig. Der männliche Samen enthält nämlich die Lokalhormone Prostaglandin und diese unterstützen die örtliche Vermittlung von Schmerzen. Wenn ihr also ohne Kondome miteinander schlaft und du zu den besonders sensiblen Frauen gehörst, kann sein Sperma bei dir Schmerzen verursachen. Die gute Nachricht ist: Du kannst recht einfach feststellen, ob deine Unterleibsschmerzen von seinem Sperma ausgelöst werden. Stell dir einfach folgende Frage: Hast du sehr oft oder sogar immer mit Schmerzen nach dem Sex zu tun? Wenn ja, solltet ihr für eine Weile Kondome verwenden. Sind die Schmerzen dann verschwunden, scheinst du zu den empfindsamen Frauen zu gehören, auf die der Samen ihres Mannes schmerzauslösend wirkt.

Vielleicht eine allergische Reaktion?

Bleiben wir noch einen Moment beim Thema Sperma, denn tatsächlich kann Sperma eine allergische Reaktion verursachen. Es passiert gar nicht selten, dass Frauen auf Sperma mit Ausfluss und brennenden, stechenden Schmerzen reagieren. Allerdings können auch andere Flüssigkeiten oder Gegenstände, die beim Liebesakt zum Einsatz kommen, Allergien auslösen. Falls du regelmäßig mit Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr zu tun hast, gehst du am besten systematisch vor. Lass ein bestimmtes Gleitgel, eine Kondommarke oder ein Sexspielzeug weg und schau, ob du immer noch Probleme hast. Auf diese Art kannst du ganz sicher feststellen, ob und wenn ja, welches Toy oder Hilfsmittel der Übeltäter ist. Dann nichts wie weg damit und schon gehören die Schmerzen der Vergangenheit an.

Der Zyklus hat Einfluss

Viele Frauen empfinden Sex im Laufe ihres Zyklus als sehr unterschiedlich. An einigen Tagen haben sie besonders viel Lust und können den Penis ihres Partners enorm tief aufnehmen. Eine Woche später hingegen ist das Eindringen schon äußerst unangenehm und eine starke Penetration eigentlich nicht auszuhalten. Wenn du auch so empfindest, solltest du unbedingt offen mit deinem Schatz darüber reden. Er wird dir keinesfalls wehtun wollen und froh sein, dass du ihn einbeziehst. Eurer Lust steht ja trotzdem nichts im Wege- es gibt schließlich reichlich Variationen beim Liebesakt und viele Alternativen zu vaginalem Sex.

Luft in der Vagina

Gerade wenn es etwas wilder zugeht und der Mann sehr oft in die Scheide eindringt, gerät Luft hinein. Daraufhin dehnt sich der Vaginalkanal zusätzlich aus und es kann zu äußerst unangenehmen Schmerzen kommen. Ob deine Krämpfe oder das Spannungsgefühl im Unterleib tatsächlich daher rühren, dass er zu viel Luft in dich hineingepumpt hat, wirst du vermutlich schon während des Sex feststellen. Wenn dein Mann in dich stößt, entweicht nämlich meist schon ein Teil der Luft und verursacht diverse Geräusche. Oft bereitet dieser Prozess gar keine Schmerzen und viele Paare müssen regelrecht lachen, wenn ihr Intimbereich mitten im Akt „pupst”. Solltest du jedoch darunter leiden, brecht ihr euer Liebesspiel vielleicht besser ab. Ansonsten brauchst du nichts weiter zu tun, als abzuwarten, denn die Luft entweicht von ganz alleine wieder.

Ist sein bestes Stück recht groß?

Auf die Größe kommt es sicher nicht immer an, aber manchmal eben schon. Hast du in bestimmten Positionen, an einigen Tagen deines Zyklus oder bei einer kurzen Erregungsphase Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr? Dann liegt es vielleicht am Penis deines Partners. Wenn dieser nämlich besonders groß ist, stößt er vermutlich an deine Gebärmutter. Das ständige Anstoßen des Muttermundes führt zu einer Reizung, was sich wiederum in fiesen Schmerzen äußern kann. Auch hier gilt es, mit deinem Partner darüber zu reden. Er sollte weniger fest und tief stoßen, um euch beiden genussvollen Sex zu ermöglichen. Ist das Problem nicht nur auf bestimmte Situationen beschränkt oder hast du immer Schmerzen, die durch sein großes Glied ausgelöst werden? Dann besteht eure Aufgabe jetzt im Studium neuer Sex-Positionen! Es gibt nämlich einige, bei denen der Mann nicht gar so tief in die Frau eintaucht und somit auch keine Schmerzen mehr verursacht.

Leichte Infektionen

Neben einigen äußeren Faktoren, kann die Ursache auch im Inneren liegen. Fast jede Frau hatte schon mal eine Blasenentzündung oder eine Pilzinfektion. Da die weiblichen Geschlechts- und Ausscheidungsorgane außerhalb des Körpers liegen, fängt man sich schnell mal eine Infektion ein. Anfangs sind die Symptome noch mild, sodass du gewiss trotzdem Lust auf deinen Partner hast. Aber falls es während des Sexualverkehrs schon unangenehm wird, und du danach richtig Schmerzen hast, kann es sein, dass du einen Vaginalpilz hast. Weiterhin kann eine Zystitis Schuld an den Schmerzen sein. Beide Infektionen kommen bei sexuell aktiven Frauen immer mal wieder vor und sind zwar kurzfristig sehr unangenehm, aber auch schnell behandelbar. Am besten suchst du deinen Gynäkologen auf und lässt dir ein passendes Präparat verschreiben. Nach wenigen Behandlungstagen sollte das Brennen und Jucken abklingen und nach einer Woche ist die Infektion oft schon gänzlich durchgestanden. Um weitere Reizungen zu vermeiden, empfehlen wir dir aber, in dieser Zeit auf vaginale Penetration zu verzichten.

Gesundheitliche Unterleibsprobleme abklären lassen

Wird der Sex immer und immer wieder von Schmerzen begleitet oder treten diese kurz nach dem Akt auf, kann das ernsthaftere Ursachen haben. Zum Beispiel könnten Zysten an den Eierstöcken oder eine Gebärmutterentzündung schuld sein. Auch Endometriose zählt zu den Auslösern und tritt häufiger auf, als vermutet. Die dabei entstehenden Verwachsungen der Gebärmutterschleimhaut verbreiten sich oft unbemerkt bis in die Bereiche des Urinaltrakts und des Darms. Regelmäßige Unterleibsschmerzen während des Geschlechtsakts bzw. im Anschluss daran gelten als erste Anzeichen für diese Erkrankung. Wenn du schmerzhafte körperliche Reaktionen auf Sex bemerkst, solltest du nicht zögern und zeitnah einen Arzt aufsuchen. 

Ein paar Tipps für mehr Genuss ohne schmerzhafte Folgen

Es gibt durchaus einige Tipps, die dir beim Genießen behilflich können. Oft helfen schon ein paar kleine Änderungen in der Routine vor dem Sex, um Schmerzen danach auszuschließen. So kann es zum Beispiel ratsam sein, vor dem Liebesspiel möglichst Blase und Darm zu entleeren. Dadurch ist wortwörtlich mehr Raum für die weiblichen Schwellkörper, die angespannte Muskulatur und das männliche Glied verfügbar. Wie bereits erwähnt, hat das Vorspiel einen ganz entscheidenden Anteil an erfüllendem Sex. Denn während deine Lust steigt, hebt sich auch deine Gebärmutter an. Dadurch verlängert sich dein Vaginalkanal und du bist in der Lage, das männliche Glied besser aufzunehmen. Viele Schmerzen, die durch einen großen Penis ausgelöst werden, könnten durch ein ausgiebiges Vorspiel vermieden werden. Auf die Reiterstellung und andere Positionen, bei denen der Mann extrem tief eindringt, sollte dann natürlich möglichst verzichtet werden.

Grundsätzlich gilt bei jeglicher Art von Schmerzen beim Akt oder nach dem Sex: behalte das bitte genau im Auge. Wenn du wiederkehrend, regelmäßig oder sogar immer Unterleibsschmerzen oder andere Beschwerden hast, ist das nicht normal und sollte abgeklärt werden. Viele Frauen ertragen schmerzhafte sexuelle Erlebnisse aus Liebe zu ihrem Partner oder um nicht als Spielverderberin oder frigide zu gelten. Das kann und sollte allerdings nie die Lösung sein. Sex ist für viele Paare ein wichtiger Bestandteil ihrer Partnerschaft. Aber bitte nur, wenn es beiden Beteiligten vor, während und nach der körperlichen Liebe auch gut geht. Wenn dir irgendetwas Schmerzen bereitet, solltest du unbedingt offen damit umgehen und dein Mann sollte umgehend darauf reagieren. 

Generell solltest du dir jedoch keine unnötigen Sorgen machen. So vielfältig die Gründe für Schmerzen nach dem Sex auch sein können, so selten besteht ein ernsthafter Grund zur Besorgnis. Die meisten Auslöser können betroffene Frauen mit ein bisschen Geduld und ein paar Experimenten recht zügig eliminieren.