Vagina Typen und Frisuren

Es gibt unzählige Variationen von Vaginen. Alle Bestandteile des Geschlechtsteils können verschieden stark ausgeprägt sein. Wir reden über die Ästhetik von Schamlippen, Klitoris und Schamhaar – kurzum über die schöne Vagina. Dabei hat jede Frau ihre eigene perfekte Kombination dieser drei Körperteile. 

So unterschiedlich kann die Vagina aussehen

Erst seit 2018 gibt es eine Studie, welche sich darum bemühte, einen Durchschnittswert für Vaginen festzustellen. Es wurden die Breite und Länge der Schamlippen sowie die Abstände zwischen den einzelnen Bereichen der Vulva (Klitoris, Harnröhre, Scheideneingang) zueinander und zum Anus gemessen. Festgestellt wurde, dass es ganz einfach keinen Durchschnittswert geben kann bzw. dieser völlig unangemessen scheint. Die äußeren Schamlippen können zum Beispiel zwischen einem und 18 Zentimetern breit sein! Bei dieser Diversität wäre also jeder Durchschnittswert fehl am Platz. 

Mehr über die Vagina

Trotzdem lassen sich grob vier Typen von Vaginen bestimmen. Beurteilt werden diese durch den Blick auf die Vulva bei geschlossenen Beinen:

  1. Nur die äußeren Schamlippen sind sichtbar. Diese wirken groß und dick. 
  2. Nur die äußeren Schamlippen sind sichtbar. Wirken jedoch schlank und straff. Dieser Typ wird von vielen Frauen als die perfekte Vagina bezeichnet. 
  3. Die inneren Schamlippen sind sichtbar und treten zwischen den äußeren Schamlippen hervor. Dabei ist meist auch der Klitorismantel (die Haut, die die Klitoris umgibt) bereits bei geschlossenen Beinen zu sehen. 
  4. Die äußeren Schamlippen liegen nicht aneinander und geben somit den Blick auf den Klitorismantel frei, wobei die inneren Schamlippen verdeckt bleiben. 
Hat man von Geburt an immer den gleichen Vulva-Typ?

Nein, die Vagina verändert sich im Laufe des Lebens. Dabei spielen Alter, Hormone, Körperfettgehalt sowie Schwangerschaften und damit verbundene Geburten eine Rolle. 

Gibt es die perfekte Vagina?

Es gibt seit Anbeginn der Menschheit Schönheitsideale. So auch bei der Vagina. Die vermeintlich perfekte Vagina wird uns durch Aufklärungsbücher, Pornos und Medien aufgedrängt. Dabei handelt es sich nahezu immer um den bereits erwähnten zweiten Typ. Neben der Tatsache, dass dieser Typ der seltenste ist, ist es demnach völlig an der Realität vorbei, dass in den Darstellungen perfekt symmetrische Schamlippen gezeigt werden. Genau wie das Gesicht oder jedes andere Körperteil sind auch die Schamlippen nie 100 Prozent symmetrisch. Grundsätzlich sind Frauen im Umgang mit ihren Geschlechtsteilen eher verklemmt/prüde – ganz im Gegensatz zu den Männern. Was bei Männern der Schwanzvergleich ist, wäre bei Frauen der Vagina-Vergleich. Schon mal davon gehört? Nein? - Wir auch nicht. Durch den fehlenden Vergleich mit anderen Frauen glauben viele Frauen ihre Vagina sei nicht normal. Deutlich wird das durch den Anstieg von nicht medizinisch notwendigen Eingriffen zur Schamlippenverkleinerung. 

Wir finden: Jede Vagina ist eine perfekte und schöne Vagina! Und wer trotzdem unzufrieden mit dem äußeren Anblick ist, kann sich an verschiedenen intim Frisuren probieren.

Intimfrisuren - Wer hat damit angefangen?

Diese Frage ist tatsächlich ungeklärt. Bekannt ist jedoch, dass Frauen bereits auf etwa 6000 Jahre alten Grabmalereien ohne Intimhaare dargestellt wurden. Und auch griechische Göttinnen wurden von Bildhauern fast immer ohne Schamhaare abgebildet. Im alten Griechenland war der „Wildwuchs“ sogar verpönt. Es heißt, dass sich Cäsar sein Intimhaar mit einer Elfenbein-Pinzette entfernte. Kleopatra ließ sich die Intimhaare angeblich regelmäßig mit Bienenwachs entfernen. Im Laufe der Zeit durchlief die Geschichte der Intimfrisuren ein Auf und Ab. Von glatt rasiert bis zum Rasierverbot wiederholten sich die verschiedenen Stile. Erst zur Hippie-Zeit hatte dieser Wechsel ein Ende. Von da an wurden sowohl die vorhandene natürliche Schambehaarung gewürdigt als auch alle Variationen der Intimrasur ausgeübt.

Moderne Intimfrisuren

Heutzutage liegt der Trend noch immer auf dem Glattschnitt – dem sogenannten Hollywood Cut, bei welchem alle Schamhaare entfernt werden. Auch Männer finden rasierte Frauen laut Umfragen deutlich sexyer. Es gibt jedoch viele weitere Intimfrisuren, an denen sich Frau einmal versuchen kann. Falls du es auffälliger möchtest, kannst du, neben der schicken Frisur, die Schamhaare auch färben. Von einfarbig bis zum Regenbogen – es gibt hier keine Grenzen. 

Bikini Cut

Der Bikini Cut ist DIE Möglichkeit für alle Frauen ihre natürliche Behaarung zu behalten und trotzdem sexy Bikinis, ohne heraus blitzende Haare, zu tragen. Damit die Frisur sitzt, wird das Schamhaar zu einem scharfen Dreieck geschnitten. Sozusagen wie das Bikinihöschen, nur etwas schlanker. Ob die übrigen Schamhaare getrimmt werden oder nicht, ist dabei Geschmackssache. 

Brazilian Cut

Als Brazilian Cut oder auch Landing-Strip wird die Intimfrisur bezeichnet, welche in der Mitte einen Streifen Schamhaare stehen lässt. Ob der Streifen lang, kurz, breit oder schmal ist, entscheidet die Frau für sich. 

Der Form-Cut

Natürlich können auch verschiedenste Formen geschnitten werden. Sei es ein Herz, ein Blitz, ein V, eine Krone oder aufwendigere Formen wie beispielsweise Lippen oder ein Schmetterling. Du fragst dich, wie Frauen solche Formen schneiden können? Ganz einfach: Es gibt zahlreiche unterschiedliche Schablonen, die ihr dabei helfen. 

How to…

Um eine trendige Intimfrisur zu bekommen, müssen die Haare weg. Dafür stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Rasieren

Der Klassiker (und wahrscheinlich jeder Frau bekannt) ist die Intimrasur. Als Jugendliche griffen wohl nahezu alle Frauen zuerst zum Rasierer, bevor sie andere Möglichkeiten testeten. Dabei ist der Nassrasierer auf Platz eins auf der Beliebtheitsskala. Damit keine fiesen Pickelchen entstehen sollte hierbei immer mit Rasiergel gearbeitet werden. Außerdem helfen frische scharfe Klingen, das Risiko von Schnittverletzungen und Irritationen zu verringern. Die offizielle Empfehlung lautet, nicht gegen die Wuchsrichtung zu rasieren. Damit der Wuchsrichtung jedoch keine glatte Haut entsteht, rasieren viele Frauen trotzdem gegen die Wuchsrichtung. Der ultimative Tipp: Zuerst mit der Wuchsrichtung und danach erst vorsichtig gegen die Wuchsrichtung ansetzen! Nach der Rasur sollte dann etwas Beruhigendes auf die Haut aufgetragen werden. Dafür eignen sich vor allem After-Shave Lotionen. Wenn dennoch Irritationen oder Pickelchen auftreten kannst du diese mit Wundsalbe behandeln. Wichtig ist, auf keinen Fall erneut zu rasieren, ehe die Irritationen und Pickelchen verschwunden sind!

Bikini Waxing

Etwas schmerzhafter, dafür dauerhafter als die Rasur, ist die Haarentfernung mit warmem Wachs. Das sogenannte Bikini-Waxing wird in der Regel in einem professionellen Studio und von einer gelernten Kosmetikerin durchgeführt. Die Durchführung ist prinzipiell einfach und geht zügig: Die Kosmetikerin trägt warmes Wachs auf die zu enthaarenden Stellen auf. Mit einem Baumwolltuch oder speziellen Streifen wird das leicht erhärtete Wachs dann mit einem schnellen Zug und gegen die Wuchsrichtung abgezogen. Da die Haare am Wachs festkleben, werden diese also mit herausgezogen. Sollten doch noch einige Schamhaare stehen bleiben, werden diese nachträglich mit einer Pinzette entfernt. Zur Beruhigung der Haut wird abschließend eine Lotion aufgetragen.

Sugaring

Etwas weniger schmerzhaft ist die Haarentfernung mit dem sogenannten Sugaring. Auch dieses wird für gewöhnlich in einem professionellen Studio durchgeführt. Die Haare werden mithilfe eines klebrigen Gemischs aus Zucker, Wasser und Zitronensaft in Wuchsrichtung herausgezogen. Das Prinzip entspricht dem Waxing. Auch hier bleiben die Haare an der Masse kleben. Da das Herausziehen jedoch in Wuchsrichtung und nicht entgegen stattfindet, ist diese Version etwas weniger schmerzvoll. 

Epilieren

Eher unbeliebt und wohl am schmerzhaftesten ist das Epilieren der Schamhaare. Ein Epilierer besteht aus vielen kleinen Zangen, welche die Haare greifen und herausziehen. Kosmetiker raten generell von der Epilation der Schamhaare ab. Der Grund: Die Verletzungsgefahr sei zu groß. 

Wer dennoch einen Versuch starten möchte, sollte unbedingt die Haut an der zu epilierenden Stelle ständig sehr straff halten. Außerdem helfen Kühlpads und abschließend beruhigende Lotionen die Schmerzen zu mindern. 

Enthaarungscreme

Ein schnelles und sauberes Ergebnis wird zudem mit Enthaarungscreme erreicht. Nach nur etwa fünf bis zehn Minuten sind dadurch tatsächlich alle Haare weg. Allerdings solltest du unbedingt darauf achten, dass die Creme explizit für den Intimbereich gedacht ist und auf keinen Fall die Schleimhäute berührt. Inwiefern Lotionen nach der Enthaarung zur Pflege aufgetragen werden sollen, hängt von der genutzten Enthaarungscreme ab. Du solltest also unbedingt die Packungsbeilage lesen!

Probieren geht über studieren

Das gilt nicht nur beim Sex, sondern auch für den Umgang mit einer Vagina. Inspiziere alle Bereiche, indem du fühlst und genau hinschaust - du wirst erkennen, was für ein wundervoller Körperteil die Vagina ist. Probiere dich unbedingt an Intimfrisuren, denn du hast doch nichts zu verlieren. Wenn es nicht gefällt, kannst du kurzerhand einfach alle Haare entfernen. Und im schlimmsten Fall dauert es höchstens drei Wochen, bis die Haarpracht wieder nachgewachsen ist.